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Verbraucherinsolvenzverfahren

Kategorie: Bank- und Kreditwesen, Rechtliche Aspekte

Erklärung: Als Schuldnerberater und Anwalt berate ich regelmäßig Mandanten, die mit ihrer finanziellen Situation überfordert sind. Ein häufiges Thema dabei ist das Verbraucherinsolvenzverfahren. Dies ist ein vereinfachtes Insolvenzverfahren, das speziell für Verbraucher gedacht ist, die ihre Schulden nicht mehr bedienen können. Es handelt sich hierbei nicht um eine juristische Beratung, sondern um eine allgemeine Erläuterung. Das Verbraucherinsolvenzverfahren ist ein gerichtliches Verfahren, das darauf abzielt, eine Person von ihren Schulden zu befreien. Es kommt in Frage, wenn Sie Ihre Schulden nicht mehr tilgen können, und setzt einen vorausgegangenen, gescheiterten Versuch außergerichtlicher Schuldenbereinigung voraus. Der sozusagen letzte Ausweg bei Überschuldung, der Verbraucher erhält nach einer Wohlverhaltensperiode, die in der Regel sechs Jahre dauert, eine Restschuldbefreiung und ist damit von seinen restlichen Schulden befreit. Beispiel: Angenommen, Herr Müller hat durch diverse unglückliche Umstände Schulden angehäuft, die er mit seinem Einkommen nicht mehr abbezahlen kann. Die Gläubiger fordern ihr Geld zurück, doch Herr Müller kann die Forderungen nicht erfüllen. Er wendet sich an eine Schuldnerberatungsstelle, wo ihm geraten wird, einen Versuch zur außergerichtlichen Schuldenbereinigung zu starten. Dieser scheitert jedoch, weil nicht alle Gläubiger mit dem vorgeschlagenen Rückzahlungsplan einverstanden sind. Nun bleibt Herrn Müller als Ausweg das Verbraucherinsolvenzverfahren. Er stellt beim Insolvenzgericht den Antrag dazu und legt alle erforderlichen Unterlagen vor. Nach Prüfung der Unterlagen und Erfüllung aller Voraussetzungen eröffnet das Gericht das Verbraucherinsolvenzverfahren. Ein vom Gericht benannter Insolvenzverwalter verteilt das verfügbare Vermögen von Herrn Müller in einer bestimmten Quote an die Gläubiger. Während der folgenden sechs Jahre zahlt Herr Müller einen Teil seines Einkommens an den Insolvenzverwalter, der es an die Gläubiger weiterleitet. Hält sich Herr Müller an alle Regeln und Pflichten, die während des Verfahrens und der Wohlverhaltensphase gelten, kann er nach sechs Jahren die Restschuldbefreiung erhalten und ist damit von allen restlichen Schulden befreit. Das Verbraucherinsolvenzverfahren bietet so für Herrn Müller eine realistische Chance, einen Neustart ohne Schuldenlast zu machen.

Passende Begriffe:

Verbraucherinsolvenzverfahren zu Wohlverhaltensphase:
Das Verbraucherinsolvenzverfahren ist für Privatpersonen. Die Wohlverhaltensphase ist ein Zeitraum darin, in dem der Schuldner seinen Pflichten nachkommen muss.

Wichtige Information: Dies stellt keine Rechtsberatung dar und dient lediglich zur allgemeinen Information. Bei spezifischen rechtlichen Fragen ist immer die Konsultation eines Rechtsanwalts zu empfehlen.